Freigelegte Ziegellinien, Baumkronenlücken und mikroskopische Reliefkanten verraten verborgene Straßen. In Angkor enthüllt LIDAR versunkene Wasserwerke weit jenseits der Tempelensembles, in Pompeji zeigen multispektrale Daten verbrannte Dachziegel und verkohlte Holzbalken. Zusammengeführt im GIS entsteht ein präziser Plan, der Spaziergänge durch verschwundene Viertel imaginierbar und forschbar macht.
Verzogene Kupferstiche, Reisezeichnungen und Pilgerkarten werden mit Bodenpunkten verankert, etwa Türme, Meeresbuchten oder Flussknicke. Aus krummen Bildern werden metrische Hinweise: Gassenbreiten, Sichtachsen, Mauerverläufe. Die Passpunktarbeit kostet Geduld, belohnt jedoch mit überlagerbaren Ebenen, die Fehler in Legenden entlarven und plausible Rekonstruktionen ermöglichen.
Frei verfügbare Luftbilder, amtliche Kataster und historische Scans treffen in offenen Projekten auf engagierte Augenpaare. In Mapathons digitalisieren Freiwillige Hausfundamente, Kanäle und Straßenreste, während Expertinnen Qualität prüfen. So wächst ein öffentliches Archiv, das Forschung beschleunigt, Unterricht bereichert und Reisepläne in vergangene Nachbarschaften inspiriert.